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News 1997

München, Februar 1997

Kompressoren: BAUER JUNIOR

BAUER JUNIORIn einer limitierten Auflage von 500 Exemplaren kam kürzlich der BAUER JUNIOR, das "Einsteigermodell" der Münchener Kompressoren-Herstellers auf den Markt.

Seine Leistungsdaten machen den "JUNIOR" ideal für Endverbraucher oder für kleinste Tauchschulen mit wenig Schülern. Dank seines vergleichbar geringen Gewichtes und den geringen Abmessungen ist er auch für Reisen, auf denen Unabhängigkeit von festen Füllstationen nötig ist, einsetzbar.

Im einzelnen: Das Gerät ist 75 cm lang, 38 cm breit und 48 cm hoch. Sein Gewicht beträgt 46 kg. Der Kompressor liefert 100 l Luft in der Minute. Erhältlich ist er in drei Ausführungen. Der J2 B bezeichnet die Viertakt-Benzin-Ausführung. Der J3 Ebezeichnet die Drehstromausführung und J3 W steht für Wechselstromausführung. Natürlich hat BAUER schon an die Zukunft gedacht und liefert alle drei Modelle auch als sogenannte H-Ausführung. Diese können Tauchgeräte schon mit 300 bar befüllen.

Die Kompressor-Einheit ist selbstverständlich original BAUER, während die Motoreinheit von Honda zugekauft wird. In diesem Zusammenhang zum Motor ein paar Leistungsdaten. In seiner Benzinausführung liefert der Viertaktmotor 5,5 PS, das sind ca. 4 Kilowatt. Die Drehstromausführung bringt es auf 3 PS (2,2 Kilowatt), ebenso die Wechselstromausführung.

Geprüfte Sicherheit

Selbstverständlich liefert der JUNIOR Atemluft nach dem DIN EN 12021 Qualitätsstandard. Bei der Konstruktion wurde darauf geachtet, kritische, d. h. unfallträchtige, Betriebsteile so auszulegen, daß größtmögliche Sicherheit entsteht. So ist beispielsweise der Antriebsriemen unfallsicher abgedeckt. Ebenso die Riemenscheibe.
Der Kompressor wird geliefert mit einem Werkzeugsatz und allen zugehörigen Papieren. So ist beispielsweise auch die Bauartzulassung beigelegt. Ein umfangreiches Handbuch zur Betriebsanleitung macht den Betrieb auch für Taucher ohne Kompressorerfahrung einfach.

Besonders positiv hervorzuheben ist, daß in der Betriebsanleitung vorne die Telefonnummern mit Durchwahlnummern des Kundendienstes und des technischen Kundendienstes angegeben sind. So kann, wer Fragen bei der Bedienung hat, während der Geschäftszeiten direkt anrufen. Die Betriebsanleitung besticht durch ihren klaren Aufbau. Im ersten Teil wird der grundsätzliche Aufbau der Anlage in Kompressorblock, Antriebsmotor, Filtersystem, Fülleinrichtung und Grundrahmen erklärt. Später erfolgt die schematische Darstellung der Rohrleitungen. Die Übersicht der technischen Daten rundet diesen Teil ab. Ganz wichtig sind natürlich die Hinweise zur Pflege und Wartung der Maschine. Auch diesem Teil wird in der Anleitung ein weites Feld gewidmet. Selbstverständlich fehlen im Handbuch auch nicht die Wiedergabe der gesetzlichen Vorschriften.

Technik und Funktion

Der BAUER JUNIOR ist nach einem "klassischen" Funktionsschema aufgebaut. Die Ansaugung erfolgt über ein Teleskop mit Filter. Jetzt wird die Luft zu den Zylindern geleitet, die sie auf Enddruck verdichten. Zwischenkühler und Nachkühler kühlen die Luft zurück. Sicherheitsventile sichern die Drucke der verschiedenen Stufen ab. Die verdichtete Luft wird in Zwischenfiltern vorgereinigt und im Filtersystem P 21 aufbereitet. Kondensatablaßventile sichern die Entwässerung. Später wird über Füllschlauch und Füllventil die verdichtete und aufbereitete Luft in die Flaschen geleitet. Der Füllüberdruck ist am Manometer ersichtlich.

Wartung und Pflege

Als Ansaugfilter dient ein Mikroniktrockenfilter. Dieser Filtereinsatz muß regelmäßig gereinigt werden. Das Handbuch nennt die Wartungsintervalle. BAUER empfiehlt, den Filtereinsatz nach jeder Reinigung um 90 Grad zu drehen, damit nicht immer dieselbe Stelle von der eintretenden Luft beaufschlagt wird. Nach dem Lufteintritt wird sie in drei Stufen verdichtet. Nach der zweiten Stufe ist ein Zwischenabschalter eingebaut. Dieser hat die Aufgabe, das bei der Rückkühlung nach dem Verdichtungsprozeß ausfallende Kondensat abzuscheiden. Deshalb wird der dritten Stufe nur gereinigte Luft zugeführt. Die Ausscheidung des Kondensats erfolgt über eine Düse. Das Kondensat muß alle 15 bis 30 Minuten während des Füllvorgangs abgelassen werden. Darüber hinaus ist eine regelmäßige Wartung des Filtereinsatzes nötig. Er sollte mit fettlösender. heißer Seifenlauge ausgewaschen und mit Druckluft ausgeblasen werden. Die aus der letzten Stufe kommende Luft wird im Nachkühler auf ca. 10 - 15 Grad über Umgebungstemperatur zurückgekühlt. Dann tritt es in das Filtersystem P 21 ein, das mit einer TRIPLEXpatrone bestückt ist. Das Filtersystem besteht aus Abscheider und Patronenkammer. Im Abscheider, der exzentrisch um die Patronenkammer angeordnet ist, werden durch das Düsenrohr die flüssigen Öl- und Wasseranteile ausgeschieden. Durch die TRIPLEXpatrone werden die restlichen dampfförmigen Öl- und Wasseranteile durch die Aktivkohlepatrone ausgefiltert. Die verdichtete Luft wird dadurch öl-, geschmacks- und geruchsfrei. Damit das Filtersystem nicht versehentlich ohne Patrone betrieben wird, ist eine Patronensicherung eingebaut. Hierzu ist der Filterboden mit einer Entlüftungsbohrung versehen. Diese Bohrung wird durch zwei Ohrringe am Patronenzapfen verschlossen, wenn eine Patrone eingebaut ist. Ohne Patrone ist also kein Druckaufbau und somit kein Füllbetrieb möglich.

Filtersystem sorgt für reinste Atemluft

An dieser Stelle sei bemerkt, daß es gerade die Filtertechnologie ist, die BAUER Kompressoren so wertvoll und zuverlässig machen. Die Münchner legen auf reinste Atemluft den wohl größten Wert.

Fazit: Mit dem JUNIOR ist BAUER ein kleines Schmuckstück gelungen. Ausgefeilte, bewährte und robuste Technik sind hier gepaart mit einem vernünftigen Preis. Rund 3.500,- DM sind für einen Kompressor in dieser Qualitätsklasse sicherlich nicht zuviel.

Bericht: Divemaster, Ausgabe 2/1997, S. 45


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